Nichts ist jemals einfach

last year
In der Nacht vom 10ten (Freitag) auf 11ten (Samstag) Juni fand unser erster Dreh statt ... und wir haben unser blaues Wunder erlebt! Auf sehr, sehr unterschiedliche Art und Weise!

Bevor ich euch darüber informiere, was gut und schlecht gelaufen ist, wäre - denke ich - ganz interessant zu wissen, wie alles geplant, wie alles angedacht war: Direkt nach Schulschluss wurde das Lichtequipment für den Dreh bei der bm Köln ausgeliehen. An dieser Stelle mal wieder vielen, vielen lieben Dank an unsere Unterstützer! Bei Ankunft zurück in Bergisch Gladbach sollte um 19:00 das Locationsspoting stattfinden. Wir hatten eine Privatlocation durch einen Kontakt erhalten und kamen so erst kurzfristig dazu, uns eine Stelle auszusuchen, die im Wald den Ansprüchen genügte ... wobei die Szene zum Glück keine wirklichen Ansprüche stellte ... sonst wär's knüppelhart geworden!

Nach 19:00 sollte der Aufbau von Generator und Licht erfolgen - durch persönliche Termine konnte der Kameramann erst später kommen - das war uns vorher bewusst, aber welche Auswirkungen es haben würde ... um 02:15 sollte der Abbau erledigt sein ... dazwischen noch einige Schritte - ich erspar euch das!

Etwas Positives zuerst: Die Ergebnisse, die wir vom Set mitbringen konnten, hatten schon einen ziemlich annehmbaren Look ... mit ein bisschen mehr Zeit hätten sie noch ausgefeilter sein können ... tja - kommen wir zu dem, was NICHT funktioniert hat - hust hust! Dass die erste Kamera so spät am Set war, ist kein zweites Mal vertretbar! Nicht nur, dass sich die Kamera nach dem Licht hätte richten müssen, sondern dass der Aufbau des Riggs der Kamera (gefühlte?) zwei Stunden gedauert hatte - wie konnten wir nur so hirnlos sein! Okay - das ist etwas, was wir beim nächsten Mal ändern können ... außerdem war die Anfahrt mit dem inzwischen haufenweise schweren Equipment: Leuchter, Generator, Kabeltrommeln, Feuerlöscher, Körbe, Bildschirme usw. für die an die 15 Leute am Set eine echte Qual, weil wir den ganzen Plunder noch 2 Kilometer über ein Feld in den Wald tragen mussten oder je nach Person auch quer durch Köln von bm zu Bahn, zu anderer Bahn, zum Bus, zum Wald und das ganze Spiel wieder zurück! Aber ... nichts ist jemals einfach und wer wären wir, das wir uns beklagen könnten, wir haben es selbst provoziert! Was ist nun also für den nächsten Dreh zu tun: Logistische Arbeit! Viel logistische Arbeit und Planung bei der Cinematographie IM VORAUS ... hinterher wirken sämtliche Aktionen so, so ... so unglaublich sinnentleert, das man sich fragen könnte ... egal! Was wichtig ist, ist, dass wir den Dreh überlebt haben - wir haben wegen des gecrashten Zeitplans nur 1 1/2 Takes geschafft - 1 1/2 von 6! Die Drehnacht von Samstag auf Sonntag fiel aus, weil unser Kameramann krank wurde ... kein Wunder bei den Strapazen!

Fazit: Wir haben versagt? Haben wir?

Na ... wir haben bei Weitem nicht das geschafft, was wir schaffen wollten, aber es gibt eine riesige Lücke zwischen diesem und dem nächsten Drehwochenende am Ende der Sommerferien, wenn die intensive Drehphase beginnt! Und bis dahin steht bereits jetzt schon ein Fahrer und Unimog zur Verfügung, einige Konzepte für einen schnelleren Drehablauf stehen ... an diesem Dreh haben wir gesehen, wo wir noch arbeiten müssen, aber vor allem hat uns das Resultat Sicherheit gegeben - inwiefern? Sicherheit, weil wir gesehen haben, dass das inzwischen gut über 15.000 € teure Equipment seine Wirkung nicht verfehlt und präzise ausgewählt wurde und das wir diese Angst, unser Film könnte nach nichts aussehen, tief in unseren Hosentaschen vergraben können oder sonst wo - von uns aus auf dem Friedhof und hey, wenn wir es hinkriegen, ein so kompliziertes Szenario darzustellen und das, sodass es schon ohne Schnitt, Colorgrading, Sounddesign und Filmmusik gut wirkte, dann denken wir, haben wir eine riesige Bürde genommen und können mit frischer Kraft zur nächsten Herausforderung vorpreschen - einer besseren Logistik. Es wird immer Probleme geben - unsere Aufgabe ist es, weiter zu machen und uns nicht unterkriegen zu lassen und es ist beim Film so - es gibt immer etwas, was wir nicht bedacht haben - nichts ist jemals einfach! Wir haben jetzt einige Wochen und wir werden sie nutzten - wir werden die Fehler von diesem Wochenende sicher kein zweites Mal mehr machen!!!

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